Donnerstag, 2. Juni 2011

Wen sollten wir denn bitte fürchten?


Wovor fürchten wir uns? Neuerdings vor Salat, Gurken und Tomaten. Einem Bakterium dessen Name vor einigen Wochen noch niemand kannte und heute doch in aller Munde ist: Ehec. Aber auch andere Dinge sind nicht zu vernachlässigen. Man kann sich fürchten vor Geisterfahrern auf der Autobahn. Mancher füchtet vielleicht nichts so sehr wie die Arbeitslosigkeit und das damit verbundene allein sein und sich nutzlos fühlen. Jeder Mensch hat vor irgendetwas Furcht. Sie ist etwas ureigenes des Menschen und Grundlage für vieles Handeln das andere vielleicht nicht verstehen. Ob der Auslöser eine Erfahrung oder durch etwas Gehörtes ausgelöst wird ist fast egal. Furcht ergreift ganz. Manche Menschen zittern vor einem Hund, selbst wenn er nur mit dem Schwanz wedelt und bei anderen zeigt es sich im Kaufverhalten am Gemüseregal. Allerdings kommt bei mir da ein fragendes Problem auf. Ich bin Christ und Gott steht zu uns warum sollte ich mich da also fürchten müssen? Christus hat die Welt überwunden sagt er, warum also Angst haben vor irdischem? Die heutige Losung spielt für mich genau in diese Frage hinein. Sie steht in Psalm 115. Da heißt es: "Er segnet, die den HERRN fürchten, die Kleinen und die Großen." Eine Feststellung und Verheißung. Der Psalm wird als Gebetsliturgie eingestuft, den man sich im Tempel wechselseitig Zugang, so wie wir heute wechselseitig Psalmen lesen. Da sprach dann eine Gruppe zur anderen wieviel Ehre Gott gebührt und weshalb. Gott wurde und wird in diesen Worten gelobt. Und mitten in diesem Psalm heißt es: Er, also Gott segnet die ihn fürchten. Segen der Inbegriff des Guten das von Gott kommt, soll zudem Kommen der Gott fürchtet? Das soll nicht heißen das wir vor Gott zittern müssen und uns fürchten, dass er uns zermalmt oder irgendetwas antut uns sogar strafen würde, wenn wir das Falsche tun. Gottesfurcht ist mehr. In Zeiten des AT galt jemand als fromm, der Gott fürchtet. In diesem Wort fließen die Furcht vor Gottes Heiligkeit zusammen mit der Ehrfurcht vor ihm. Gott gibt sein gutes Wirken dem, der weiß wie groß Gott ist und sich vor ihm ehr-fürchtet. Jemanden zu fürchten der die Welt geschaffen hat und in seiner Hand hält scheint mir nicht schwer. Aber ihm gebührt ebenso auch Ehrfurcht und Lob, für all sein Tun an den Menschen. Von der Leitung für Abraham über sein Kommen in die Welt bis heute in unser Leben. Das können selbst die Kleinsten der Gemeinde schon Schritt für Schritt erfahren und im Gebet umsetzen. Durch alle Generationen hindurch gibt Gott seinen Segen, dem der zu ihm schaut und mit ihm lebt – gottesfürchtig lebt. Dabei hat jeder seine eigene Art es zu leben. In welcher Dimension wir uns auch immer klein oder auch groß fühlen mögen, daran hängts nicht. Furcht ist menschlich und gehört zum Leben dazu. Wir dürfen Gott vertrauen, dass er seinen Segen auf uns gibt.
Amen.

Sonntag, 15. Mai 2011

Neues Leben - neuer Mensch


Alles neu macht der Mai. Kennt ihr diesen Spruch? Mich hat er in meiner Kindheit verfolgt. Guck ma die Blumen – alles neu macht der Mai. Mit den Jahren ist er mir immer irrealer geworden. Alles neu machen doch auch andere Monate? Wir sind im November von der Stadt aufs Land gezogen. Im Februar habe ich mich für die Malche entschieden und im August bin ich dort eingezogen. In einem März hat sich mein Leben vollkommen verändert oder auch nicht? Es war der 16. März als ich mich bei JesusHouse für Jesus entschieden habe, Christ wurde oder mich fromm gesagt – bekehrt habe. Da gab es vorher einen langen Prozess und dieser Tag war dessen Ende. Dachte ich. Ab jetzt sollte mein Leben anders sein, mit Jesus eben und nicht mehr so wie vorher. Alles sollte anders werden. Meine Mitschüler sollten mich anders sehn, meine Mum mich lieben und es mir zeigen, meine Noten in der Schule besser werden und ich im allgemeinen glücklicher. Aber ich wollte nicht anders werden. Bei Jesus kann man ja sein wie man ist und muss sich nicht verändern. Hab ich gedacht. Bei Jesus bin ich so und bleibe so und leb halt so wie ich bin einfach so mit ihm weiter. Na klar ist doch logisch. So wie ich damals denken heute vll noch viele Jugendliche denen wir begegnen. Mit Jesus leben klingt cool und sieht bei den anderen auch so geschmeidig aus. Zu hören das man geliebt wird ist toll und zu lesen das jemand für einen gestorben ist hebt einen fast in unendliche Höhen. Manch einer sucht den Haken an der Sache mit der Liebe Gottes ein anderer kann es gar nicht erst fassen. Ich wollte es einfach haben, lange habe ich mir das überlegt und wollte dann Jesus mein Leben geben mit der Bitte: "ich will so bleiben wie ich bin". Die erste Zeit hat das auch geklappt. Ich wirkte wohl anders aber ich fühlte mich wie high und super toll. Ich habe diese erste Zeit mit Jesus sehr genossen und manche Sachen waren auch auf Schlag weg. Im Nachhinein haben mir Lehrer aus der Zeit aber auch Mitschüler gesagt, das ich mich sehr verändert hatte. Ich war offener geworden und geschwätzige umgänglicher und fröhlicher. Ich hab aufgehört in der Schule wegen jeder Kleinigkeit zu heulen und so böse zu gucken. Ich selber habe auch gemerkt dass meine Schulnoten besser geworden sind. Aber ein Wunder war das nicht, denn ich hab endlich Spaß an der Schule gehabt, Jesus hatte mich einfach so verändert in diesem März auch wenn ich das so radikal gar nicht geplant hatte. Wie recht hat dich Paulus wenn ich im 2 Kor 5,17 lese: "Ist jemand in Christus so ist er eine neue Kreatur das Alte ist vergangen siehe Neues ist geworden." Ein Mensch der Christ wird, verändert sich radikal, von Grund auf. Ob er das nun will oder nicht. Er wird wie neu gemacht von Gott, als wenn Gott das alte zerbricht und aus den Scherben einen neuen Menschen puzzelt, das dauert dann seine Zeit aber es passiert Stück für Stück. Wir können das sehen und wenn man mal darauf achtet beginnt es schon in ganz kleinen Dingen. Mit einmal möchte jemand beten und ist ganz ruhig in der Christenlehre oder der größte Roudie fragt nach einem Gespräch über diesen Jesus. Sowas sind schon kleine Beginne aus denen Gott etwas neues machen will. Eine neue Schöpfung. Der Mensch wird neu geformt. Aber bis es soweit kommt ist mehr nötig als ein paar Lieder singen oder in der JG mitarbeiten. Paulus beschreibt es so: "zumal wir überzeugt sind, dass, wenn "einer" für alle gestorben ist, so sind sie "alle" gestorben. Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. [...] Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. " Was er hier sagt ist etwas Unglaubliches wie ich finde. Gott hat seine Liebe gezeigt, dadurch dass Jesus gestorben ist. Er ist gestorben damit wir Menschen die es verdient hätten leben können. Mit Jesus der unsere Strafe im Tod bekommen hat stirbt unser alten Sein ebenso, damit wir mit ihm wieder auferstehen. Durch ihn beginnt für uns eine neues Leben und dieses ist anders denn wir führen es dann nicht mehr für uns. Er gibt uns dieses neue Leben, damit wir es für ihn verwenden. Christus will in uns leben! Nur dadurch können wir überhaupt neu sein, durch Jesu Tod. Das ist eine Dimension die ich schwer zu begreifen kann. Aber es ist auch ein hohes Ideal. Irgendwie ist es schon jetzt und doch noch nicht. Ich merke bei mir selbst, das ich lange noch nicht perfekt bin und Christus noch lange nicht in allen meinen Handlungen die Oberhand hat. Manches tue ich noch genauso wie bevor ich Christ wurde. Mein Wortschatz zum Beispiel beinhaltet immnoch Worte die nicht mehr nötig sind und dennoch sind sie da und verschwinden nur langsam. Ich lebe in einer Welt in der die göttlichen Maßstäbe nicht immer viel gelten und das färbt auch auf mich ab in meiner Meinungsbildung. Ich bin ein neuer Mensch durch Jesus und doch noch ein Stück die alte Brabi wie ich in der Schule hieß. Ich bin schon anders durch Jesus und doch noch wie früher. Dieser Prozess ist noch am arbeiten. Gott arbeitet an mir und formt mich zu seiner neuen Kreatur. Manchmal ist das schmerzhaft aber wenn ich zurücksehe, merke ich das es sehr gut war was Gott mit mir tat. Ich denke es ist wichtig das wir für uns begreifen, das wir nicht perfekt sind, aber dennoch Gott an uns und mit uns arbeitet und vor allem durch uns. Die Menschen die wir täglich erreichen und auch nach dieser Dekade in Praktika und im Dienst erreichen werden werden so Gott will diesen Prozess durchlaufen. Wir können sie darauf vorbereiten und ihnen zur Seite stehen wenn sie Jesus entdecken und sich im anschließen wollen. Wir können ihnen durch unser Beispiel in Stärken wie aber auch in Schwächen zeigen wie es ist mit Jesus zu leben. Jesus ist dafür gestorben, dass die Menschen die Chance haben neu zu werden. Aus eigener Kraft können wir es nicht sondern nur durch Jesus. Aber wir können sehen und staunen was er mit uns und anderen macht und darauf vertrauen das auch diese neue Schöpfung von Gott gesehen und als sehr gut empfunden wird. Amen.

Mittwoch, 30. März 2011

Die Ruhe vor dem Sturm


Ruhe- wo suchen sie ihre Ruhe? Jeder Mensch braucht einen Ort an den er sich zurückziehen kann. Jeder Mensch sucht sich solch einen Ort. Manch einen verschlägt es in den Wald, oder in den Garten. Andere suchen Kapellen und Kirchen auf. Manch einer bleibt zu Hause auf der Couch und andere fahren ins Kloster um einen Ort der Ruhe für sich zu finden. Früher oder später findet jeder solch einen Ort des Friedens und der Ruhe für sich und zieht sich dorthin zurück. Mein Ort der Ruhe ist zum Beispiel mein Auto. Man sagt des Deutschen Auto ist sein Wohnzimmer. Meines ist mein Rückzugsraum, der Ort an dem ich denken und schreien kann, wo ich lache und weine und es mir kein Problem bereitet, denn es ist mein Ort. Diesen Platz suche ich besonders wenn ich allein sein will, allein mit Gott und mir selbst. Wenn die Emotionen kochen oder der Druck zu groß wird ziehe ich mich zurück. Das hat nichts mit Gemeinschaftsfeindlichkeit zu tun oder damit das ich nicht gern jemanden mit dem Auto mitnehme. Mein Auto ist meine Höhle. Manchmal zieht es mich selbst dorthin wenn gar nichts ist, aber es gibt mir Kraft von dort zu kommen. Das habe ich im Praktikum gemerkt, wie gut es tat zwischen den Christenlehrestunden auf dem Dorf oder in Altentreptow noch mit dem Auto zu fahren. Der Weg war meine Chance mit Gott in die Waage zu kommen und gerüstet zu sein für das was kommt. Als ich den Text las für die heutige Andacht erinnerte ich mich daran, an dieses Gefühl: gestärkt aus dem Auto zu steigen nach einer Zeit mit Gott. Lukas beschreibt im 22 Kapitel folgende Szene:
„Und er ging nach seiner Gewohnheit hinaus an den Ölberg. Es folgten ihm aber auch die Jünger. Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: Betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt! Und er riss sich von ihnen los, etwa einen Steinwurf weit, und kniete nieder, betete und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und er rang mit dem Tode und betete heftiger. Und sein Schweiß wurde wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen. Und er stand auf von dem Gebet und kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit und sprach zu ihnen: Was schlaft ihr? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt!“
Lukas spricht hier nicht vom Garten Gethsemane als den Ort an den sich Jesus zurückzieht. Es scheint klar zu sein. Jesus zieht es nach dem Abendmahl und einigen Auseinandersetzungen durch Klärungsbedarf zurück. Zurück an einen gewohnten Ort. Der Ölberg schmiegt sich um Jerusalem und im Garten auf fast 600 m Höhe dürfte der gröbste Trubel des Passahfestes mit dem Wind in den Olivenbäumen verrauscht sein. Für Jesus war dieser Berg ein bekannter. Hier hatte er schon seine Endzeitreden gehalten. Mit diesem Ort und seiner Ruhe verbindet Jesus etwas. Dies ist sein Ort für die Ruhe vor dem Sturm. Jesus weis, dass er sterben wird und versteckt sich nicht. Er geht dahin wo er gefunden werden kann, ganz einfach. Wenn Judas ihn nicht im Haus findet dann hier im Garten. Es ist keine Flucht in die Ruhe. Es wird ein letztes Kraft holen. Und die Jünger folgen ihm. Für mich scheint das wie unser folgen heute. In der Passionszeit versuchen wir nachzuvollziehen was Jesus für uns erlitten hat und streben danach nichts zu vergessen. Wir folgen ihm auf den Versen (Versen mit V!). Es ist als wenn auch wir jetzt mit ihm in den Garten gehen auf diesem Berg, aufgewühlt durch die vergangenen Ereignisse, alles geht so schnell. Und doch geht es voran und keiner von uns will Jesus allein lassen, wir wollen ihm folgen, in seinen Kampf aber auch in seinen Tod? Jesus gibt den Jüngern eine Anweisung: Betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt! Und geht. Er geht nicht weit weg. Einen Steinwurf. Das bedeutet zwar nicht Sichtweite aber Ruf und Hörweite auch am Abend. Betet damit ihr nicht in Anfechtung fallt. Dieser Begriff Anfechtung hat für uns inzwischen viele Bedeutungen. Eine Krankheit oder ein Unfall, ein harsches Wort oder auch ein Stromausfall wird leicht als Anfechtung gesehen, als etwas das uns angeht vll auch verletzt. Doch was Jesus hier meint ist etwas anderes. Anfechtung ist ein auf die Probe stellen Gottes. Er erprobt seine Kinder immer wieder auf die verschiedensten Weisen aber immer um etwas zu provozieren, eine Reaktion des Menschen, ein Zeichen des Gehorsams oder der Bewährung und Läuterung. Das kann auf verschiedene weisen kommen Demütigung, falsche Propheten, die eigenen Begierden oder auch den Satan. Alle Versuchung geht von Gott aus. Auch wenn der Mensch ebenso Gott versuchen kann. Jesus weis darum, dass seine Jünger in eine schwere Zeit kommen. Wenn sie von ihm räumlich getrennt werden und er gedemütigt wird ist die Gefahr groß das sie von ihm abfallen. Der Raum für Überredunggen und Irrglauben für Erniedrigung und Kränkung ist groß jetzt wo sein Tod so kurz bevor steht. Seine Jünger sind nicht hart und taff wie sie vll denken und das weis er. Jesus bereitet seine Jünger vor hier vor Ort am Ölberg und gibt ihnen den ultimativen Tipp. Betet! Redet mit dem der es verhindern kann, bleibt dran an Gott. Vergesst Gott nicht, Betet damit ihr nicht angefochten werdet und vom Weg abkommt. Er weis das er bald nicht mehr greifbar ist für die Jünger und ein stückweit erleben sie es schon jetzt. Denn er zieht sich zurück. Auch wenn es ihm nicht leicht fällt sich in diesem Moment von ihnen zu trennen. Allein redet Jesus mit Gott. Lukas beschreibt diese Szene knapp.
„Und er riss sich von ihnen los, etwa einen Steinwurf weit, und kniete nieder, betete und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und er rang mit dem Tode und betete heftiger. Und sein Schweiß wurde wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen.“
Jesus kniet nieder. Er bleibt nicht stehen wie es üblich war im Orient beim Gebet. Was er Gott zu sagen hatte war dringlicher, und er zeigte seine Demut vor Gott noch bevor er ein Wort sprach. Er bettelt nicht, er fleht Gott nicht an und droht ihm nicht oder will ihm alles ausreden. Jesus ist sich bewusst was kommen muss. Sein Tod. Und doch ist er Mensch und als Mensch verspürt er Todesangst doch er ist mehr als nur Mensch und lässt Gottes Willen geschehen. Wie als Antwort darauf kommt ein Engel und stärkt ihn. Wie das geschieht kann man nicht sagen. Aber klar ist Jesus bleibt nicht ohne Antwort. Jesus ringt mit dem Tod. Ein Ausleger schreibt das durch das Kommen des Engels der Kampf entschieden ist wenn auch nicht beendet. Der Kampf mit der Todesangst Jesu. Ja er ist noch nicht vorbei. Sein Beten wird immer intensiver denn sein Schweiß das Zeichen der Anstrengung fließt in dicken Tropfen. Jesus schließt ab mit seinem Leben. In der Ruhe dieses Ortes macht er klar wer er ist. Der Sohn Gottes, ganz Mensch, ganz Gott mit einem Auftrag. Der ergebene Sohn tut was der Vater ihm sagt, denn er weis das es das richtige ist. Wie geklärt wirkt er finde ich als er zu den Jüngern zurückkehrt.
„Und er stand auf von dem Gebet und kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit und sprach zu ihnen: Was schlaft ihr? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt!“
Jesus kehrt zurück zu den Jüngern. Ein letztes Mal sieht er sie wohl an. Sie schlafen. Wie Kinder die vor Traurigkeit und anderen Gefühlen aufgewühlt so erschöpft waren das sie schliefen. Jesus weckt sie. Nicht um sie zu tadeln oder anzublaffen. Nein Jesus erinnert sie an seine Worte. Er erinnert sie an ihren Auftrag! Sie sollen beten. Ein wenig erinnert dieser Gebetsauftrag an das Vaterunser "und führe uns nicht in Versuchung". Ihr Auftrag ist es Gott in den Ohren zu liegen und die Verbindung zu halten, damit sie nicht verlorengehen. Hier geht es nicht um Fürbitte oder Dank für all die Dinge die wir als Jünger haben. Hier geht es um die Beziehung zu Gott. Auch wenn er nicht sichtbar ist und auch unklar ist was mit ihm passiert. Auch wenn es schrecklich erscheint und uns aufwühlt. Auch wenn er verraten wird und vor unseren Augen verleumdet unser Part ist das Gebet. Ich denke das ist bis heute so. In der Passionszeit schauen wir auf Jesus ganz besonders und auf das was er für uns gelitten hat. Und er war umsichtig. Er hat seinen Jüngern damals und heute einen Auftrag einen Wegweiser gegeben. Betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt. Auch wir können uns zurückziehen an unseren Ruheort und die Verbindung halten, denn das ist was zählt, wir können nicht mehr tun als die Verbindung halten im Gebet. Die Retterrolle ist seit 2000 Jahren vergeben. Amen.

Montag, 28. März 2011

Bodylotion for Soul


Tigelchen und Töpfchen. Ich habe ihr mal den Teil mitgebracht der nur zur Pflege meiner Haut auf einem Nachttischchen in meinem Zimmer steht. Ich weis für eine Frau habe ich ziemlich wenig, aber manchmal denke ich das es schon doch ein wenig zu viel ist. Für alles hat frau etwas. Zinksalbe für kleine Wunden, Tigersalbe für die Kopfschmerzen, Silbersalbe für die besonders trockene Haut, eine Creme für das Gesicht am Tag und eine für die Nacht. Eine Creme für die restliche Haut, hatte ich nicht mal welche für die Hände? Ach da..Wundbalsam für Verbrennungen und Sonnencreme zur Vorbeugung. Dank Gerüchten und dem Internet weis ich auch bereits das selbst die Männerwelt inzwischen so einiges an Cremes und Lotions nutzt. Wir pflegen unsere Haut und somit unseren Körper recht vielseitig. Für alles hat die Kosmetikindustrie ihre Lösung. Selbst in Bio und Vegan kann man inzwischen alles bekommen was man wünscht for men for Kids for Woman for old man for Schwagere aber for Soul? Welchen Tigel haben wir für unsere Seele? Welches Töpfchen holen wir heraus wenn das Herzchen angekratzt ist? Welche Salbe haben wir für den Schmerz im Kopf den die Tigersalbe nicht behandeln kann? Auf meine Schuppenflechte kann ich ein Cremchen draufmachen, dann tuts nich so weh und stört nicht. Weggeht sie davon nicht. Aber wenn mein Herz wehtut, da kann ich nicht in meine private Kosmetikabteilung sehen. Am Ende unseres Seelsorgekurses mit M. B. hatten wir eine Möglichkeit uns salben zu lassen. Gefüllt mit Verheißung, hörendem Gebet und eine Tropfen Öl konnten wir uns geborgen fühlen in der Gruppe aber auch in der Gegenwart Gottes. Ein Highlight! Muss man sagen. Aber leider ist das nicht immer möglich. Nicht immer ist die Zeit oder die Idee da. Und wenn das Herz nun akut schmerzt? Oder irgend etwas die Freude nimmt? So stehen wir doch öfter vor unserem Arzneitigel. Ein Balsam für die Seele ist neben dem Nardenöl und viel kostbarer Gottes Wort. In der Bibel heißt es: Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen. Dieser Vers ist finde ich Bereicherung pur. Lassen wir ihn auf uns wirken. Der Prophet spricht, Jesus spricht, du sprichst:
Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen. Interpretationen gibt es viele für diesen Vers aus Jesaja 61. Er ist der Beginn eines Liedes des Gesalbten wie die Ausleger es nennen. Der Prophet spricht es in seine Zeit, die aus dem Exil zurückgekehrten traurigen Menschen Israels die nur langsam begreifen können das sie frei sind, die nur langsam den neugebauten Tempel zusehen können wie er entsteht. Alles soll neuanfangen doch sie sind am Boden. Ihnen sagt Jesaja, das er vom Herrn kommt, dieser gibt ihm Macht und einen Grund! Die frohe Botschaft. Jesaja bringt seinem Volk eine mutmachende Botschaft die ihnen den Rücken stärken soll. Doch uns ist klar das das nicht alles sein kann. Wir Christen verbinden mit Salben nicht nur Könige und Priester oder die Salbung von Kranken. Wir sehen den Gesalbten, den Messias. Jesus selbst nahm das Wort Jesajas auf als er in der Synagoge von Nazareth die Lesung hatte und legte Jesaja aus. Er ist der Gesalbte der gekommen ist vom Herrn, von ihm gesalbt, gekommen um uns die frohe Botschaft zu bringen den wichtigsten Punkt in uns zu heilen – unser Herz – den Mittelpunkt unserer Selbst der alles repräsentiert. Durch Jesu Tat am Kreuz und seine seelsorgerliche Botschaft des Friedens können unsere Herzen gekittet werden dort wo sie gebrochen sind. Durch Jesus kommen wir aus unserer Gefangenschaft, was immer sie auch auslösen mag, heraus. Ob nun die Dinge einem über den Kopf wachsen oder wir gefangen sind in Selbstmitleid, ob wir an den anderen verzweifeln oder an uns selbst. Egal was uns gefangenhält. Jesus will uns die Freiheit schenken, die Fesseln lösen und uns frei und ledig machen. Frei und ungebunden können wir nur sein weil Jesus zu uns in diese Welt gekommen ist. Und diese Freiheit wird durch etwas Besonderes gekennzeichnet. Durch den Gesalbten sind auch wir Gesalbte. Es klingt seltsam im ersten Moment aber durch Jesus sind wir gesalbte. Salbung steht auch für Vergebung. Uns ist vergeben durch Jesus. Alles was uns belastet ist und genommen alles was uns von Gott trennt nimmt Jesus auf sich am Kreuz der gesalbte salbt uns. Durch ihn werden wir andere Menschen, Stück für Stück. Im 2. Kor heißt es: Gott ist's aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.
Wir bekommen wie Jesus selbst den heiligen Geist durch ihn wohnt Jesus in uns. Ein Prozeß den wir uns immer wieder klar machen dürfen. Wir sind bedürftig das Jesus uns frei macht und unsere zerbrochenen Herzen pflegt und doch tut er es schon. Unablässig wirkt der Heilige Geist in uns und durch uns. Und so können auch wir sagen. Christus der gesalbte in uns und er durch uns: Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen. Amen.

Samstag, 19. Februar 2011

Gottes Herrlichkeit wird Licht in uns


Manchmal denke ich diese Welt ist dunkel. Nein ich spreche dabei nicht vom Abendhimmel der jetzt im Februar sich schon so schnell vom hellblauen ins dunkle verschleiert. Auch der auslaufende Winter und seine kalten Winde die uns zittern lassen und auf den Frühling mit seinen neuen Farben hoffen ist es nicht. Mir ist manchmal so als wäre die Welt an sich dunkel. Keine Straßenlaterne leuchtet in manchen Straßen der Stadt Beziehung. In Beziehung ist es dunkel geworden. Streit, Neid, Hass, Eifersucht, Sorgen, Rebellion, Missgunst und viele andere sind wie Steine in die Laternen geflogen und nun wirkt Beziehung wie verlassen. Aber eigentlich müsste es nicht so sein. In Beziehung leben viele Menschen. Alte und Junge, Frauen und Männer, Große und Kleine. Sie haben viel erlebt und auch Freude im Leben doch durch die Steine die die Lichter von Beziehung gelöscht haben ist es dunkel geworden. Dieses Bild der Stadt Beziehung kam mir als ich an die Dunkelheit in den Menschen denken musste. Durch vieles ist es finster geworden in den Menschen, finster und damit auch hart oder abgestumpft. Woher das kommt können wir ahnen. Die Gottesferne vieler Menschen macht dunkel. Es macht sie einsam und nimmt ihnen den Sinn warum sie da sind und wofür sie Leben. Kleine Dinge und Freuden bringen wie Wunderkerzen Licht und doch ist es nicht das endgültig wahre und das kann man spüren. Diese Dunkelheit ist hartnäckig.
Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.
Jesaja 60. Jesajas Lied, die erste Strophe. Es trifft als wären keine 2500 Jahre vergangen. Franz Deltzsch beschreibt die Israeliten der damaligen Zeit als "Niedergeschlagen von Gottes Strafgericht, dahingesunken von innerer Niedergeschlagenheit liegt sie am Boden". Dieses Lied spricht in eine Zeit in der der Israel im babylonischen Exil war. Verstreut und niedergeschlagen hinausgetrieben aus der Heimat und getrennt von Gott? Doch Jesaja spricht Mut zu, er verkündigt den kommenden Messias in den reichsten Worten. Mach dich auf werde licht. Das ist keine liebe Bitte oder freundliches ach komm schon es ist doch alles halb so schlimm. Das ist eine klare erhebende Ansage an das Volk. Es bildet zugleich die Hoffnung auf das was kommen wird mit dem Messias, der den neuen Himmel und die neue Erde bringt aber es bleibt nicht in dieser Dimension. Das Lied Jesajas gibt einen guten Grund warum Israel wieder erstrahlen soll: denn sie haben etwas was sonst niemand hat! Die Herrlichkeit des Herrn. Durch seine Souveränität, Macht und Vollkommenheit die anwesend ist können sie erstrahlen und sollen es auch. Licht das ist nicht nur die passende Wellenlänge elektromagnetischer Teilchen die sich an bestimmten Oberflächen brechen und somit dafür Sorgen das man etwas sehen kann. Nein Licht steht für die Gegenwart Gottes, des Herrn des Lichtes. Licht werden bedeutet sich von der Sünde abzukehren und zu Gott hinzuwenden. Auch wenn überall ringsherum alles dunkel ist und von Gottesferne geprägt über Israel ist die Herrlichkeit Gottes und strahlt auf sein Volk. Welch eine Verheißung. Durch ihn können auch sie aufstrahlen. Aber Licht steht bei Jesaja noch für etwas oder besser jemanden. Licht ist ein Symbol für den Messias. Jesaja kündigt dem Volk Israel das Kommen des Messias an. Israel kann durch Gottes Herrlichkeit leuchten in der Dunkelheit der Welt. Dunkel und Hell der Kontrast den man schon damals verstand. Wer im Licht ist ist in Gottes Gegenwart und lebt mit ihm und wer in der Finsternis der Dunkelheit lebt der ist ein Götzendiener oder lebt anders fern von Gott. Der Messias ist Inbegriff dafür von Gott zu sein und damit das Licht schlechthin vom Vater des Lichtes dem Schöpfer dessen gesandt. Zu diesem Licht streben die die im Dunkeln sind. Wie die Motten an die Laternen fliegen so kommen auch die Menschen die ohne Gott sind wenn sie das Licht sehen. Es heißt bei Jesaja das die Heiden kommen und die Könige. Alle ob einfaches Volk oder die Obrigkeiten alle zieht es wie an einer Schnur hin zum heilbringenden Licht Gottes. Der Messias auf den die Israeliten zu Jesajas Zeit noch warteten ist bereits in diese Welt gekommen. Das Licht kam damals in den Stall, nicht der Morgenstern war das Licht sondern das Kind selbst. Dieser kleine König zu dem die Großen und kleinen kamen, die Heiden und die Hirten. Seid Jesus in diese Welt gekommen ist, gibt es wieder einen neuen Funken der in jedem zum Feuer werden kann der ihm nachfolgt. Er zeigt in seinem Kommen und Auferstehen Gottes Herrlichkeit in einem anderen Licht als Jesaja es ahnen konnte. Und doch hat er erfüllt was Jesaja angekündigt hatte. Er brachte ein Licht in diese Welt, in eine dunkle Welt.
Aber auch heute ist die Welt nicht nur eitel heiter Sonnenschein. In der Stadt Beziehung sind die Laternen aus und zwischen den Menschen gibt es viele Dinge die für die Dunkelheit sprechen. Da wird einem angesehen Politiker der Dr-Titel angefochten und jedes Wort seiner Dissertation nach Jahren auseinandergenommen. Ist es Neid was manch einen treibt? Da sterben Männer in Afghanistan die helfen wollten und Leben bewahren. Wurden sie gehasst als die Fremden die sich einmischen? Da werden Kinder vergewaltigt oder ermordet bevor sie die Welt auch nur begreifen können. Ist das die Angst vorm Leben und die Flucht davor? Was bewegt manche Menschen bei dem was sie tun? Was bringt Streit und Eifersucht in unser Leben? Auch die die wir um Gott wissen und die Bibel kennen haben manchmal Momente da ist es dunkel, weil wir mitleiden, mit den Nachrichten. Weil wir etwas empfinden was nicht gut ist. Wenn wir verzweifeln über einem Berg von Sorgen, Schmerzen oder Angst. Wenn wir glauben unsere pflichten nicht erfüllen zu können oder dem anderen nicht zu genügen. Manchmal wird es auch dunkel in uns. In solchen Momenten wenn wir das in uns spüren, das es dunkel und kalt wird dürfen auch wir wieder neu auf Jesajas Ruf hören:
Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.
Jesus ist gekommen in unser Leben und er hat uns Licht für unser Leben gebracht. Hat Hoffnung gegeben für die Ewigkeit und uns zugesagt das wir nicht allein sind. Jeder von uns kann durch ihn eine neue Laterne sein und sein Licht weitertragen denn er ist das Licht in uns. Wir müssen ihn nur immer wieder in uns hineinlassen. Wenn er in uns leuchtet dann erstrahlt etwas Großes. Wir können uns nicht gegenseitig entzünden sondern durch uns leuchtet Jesus in die Dunkelheiten der Welt hinein. In unserem Verhalten, im Beten genauso wie auch in der Art wie wir anderen Menschen begegnen ihnen Mut machen und Gottes Wort zusprechen. Indem wir da sind und die dunkle Welt nicht überhand nehmen lassen. Durch Jesus in uns spüren die Menschen die Herrlichkeit Gottes in dieser Welt auf eine besondere Art. Mache dich auf, strecke dich aus zu Jesus und lass ihn immer wieder neu in dein Herz. Hätte Jesaja sagen können. Mit Jesus in uns, der vollkommen Herrlichkeit des Herrn können wir strahlen in die Welt. Amen.