Wovor fürchten wir uns? Neuerdings vor Salat, Gurken und Tomaten. Einem Bakterium dessen Name vor einigen Wochen noch niemand kannte und heute doch in aller Munde ist: Ehec. Aber auch andere Dinge sind nicht zu vernachlässigen. Man kann sich fürchten vor Geisterfahrern auf der Autobahn. Mancher füchtet vielleicht nichts so sehr wie die Arbeitslosigkeit und das damit verbundene allein sein und sich nutzlos fühlen. Jeder Mensch hat vor irgendetwas Furcht. Sie ist etwas ureigenes des Menschen und Grundlage für vieles Handeln das andere vielleicht nicht verstehen. Ob der Auslöser eine Erfahrung oder durch etwas Gehörtes ausgelöst wird ist fast egal. Furcht ergreift ganz. Manche Menschen zittern vor einem Hund, selbst wenn er nur mit dem Schwanz wedelt und bei anderen zeigt es sich im Kaufverhalten am Gemüseregal. Allerdings kommt bei mir da ein fragendes Problem auf. Ich bin Christ und Gott steht zu uns warum sollte ich mich da also fürchten müssen? Christus hat die Welt überwunden sagt er, warum also Angst haben vor irdischem? Die heutige Losung spielt für mich genau in diese Frage hinein. Sie steht in Psalm 115. Da heißt es: "Er segnet, die den HERRN fürchten, die Kleinen und die Großen." Eine Feststellung und Verheißung. Der Psalm wird als Gebetsliturgie eingestuft, den man sich im Tempel wechselseitig Zugang, so wie wir heute wechselseitig Psalmen lesen. Da sprach dann eine Gruppe zur anderen wieviel Ehre Gott gebührt und weshalb. Gott wurde und wird in diesen Worten gelobt. Und mitten in diesem Psalm heißt es: Er, also Gott segnet die ihn fürchten. Segen der Inbegriff des Guten das von Gott kommt, soll zudem Kommen der Gott fürchtet? Das soll nicht heißen das wir vor Gott zittern müssen und uns fürchten, dass er uns zermalmt oder irgendetwas antut uns sogar strafen würde, wenn wir das Falsche tun. Gottesfurcht ist mehr. In Zeiten des AT galt jemand als fromm, der Gott fürchtet. In diesem Wort fließen die Furcht vor Gottes Heiligkeit zusammen mit der Ehrfurcht vor ihm. Gott gibt sein gutes Wirken dem, der weiß wie groß Gott ist und sich vor ihm ehr-fürchtet. Jemanden zu fürchten der die Welt geschaffen hat und in seiner Hand hält scheint mir nicht schwer. Aber ihm gebührt ebenso auch Ehrfurcht und Lob, für all sein Tun an den Menschen. Von der Leitung für Abraham über sein Kommen in die Welt bis heute in unser Leben. Das können selbst die Kleinsten der Gemeinde schon Schritt für Schritt erfahren und im Gebet umsetzen. Durch alle Generationen hindurch gibt Gott seinen Segen, dem der zu ihm schaut und mit ihm lebt – gottesfürchtig lebt. Dabei hat jeder seine eigene Art es zu leben. In welcher Dimension wir uns auch immer klein oder auch groß fühlen mögen, daran hängts nicht. Furcht ist menschlich und gehört zum Leben dazu. Wir dürfen Gott vertrauen, dass er seinen Segen auf uns gibt.
Amen.
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