Sonntag, 14. Juni 2009

Also? Warum nicht mal gehen?

Ich erinnere mich noch genau. Ja ich weiß es noch. Als ich noch klein war, da rief meine Mutter mich immer. Immer wenn ich etwas angestellt hatte. Später erzählte sie mir stolz, dass sie mich unter anderem Alexa genannt hatte, weil man den Namen nicht verniedlichen konnte. Aber auch weil man ihn nicht wirklich unfreundlich rufen konnte, so wie meine Cousine: Susiiiiiiii! Wieder später wurde ich gerufen von Freunden, die Hilfe brauchten. Oder auch von Familienmitgliedern, die mich sehen wollten. Und wieder später, als ich schon hier in Trantow wohnte, da rief mich Frau Reschke, in den OT, in den Schrägen Freitag. Und mit der Zeit hörte ich auch, dass mich noch jemand rief. Es war Jesus. Ich hatte viel von ihm gehört. Über Frau Reschke aber auch über viele andere Menschen und durch die Bibel, Gottes Wort. Denn jetzt hatte ich auch begonnen, sie zu lesen. Viele hatten mich schon gerufen, doch dieser eine Ruf, der hat mich besonders beeindruckt.

Dieser Ruf steht im Matthäusevangelium im 28. Kapitel unter den Versen 16 bis 20. Ich möchte sie ihnen hiermit noch einmal lesen: „Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Dieses Wort habe ich schon oft gehört. Und mindestens genauso oft darin auch den Ruf. Doch über das Arbeiten an diesem Text ist mir noch viel mehr aufgegangen. Man kann das Ganze in drei Teile gliedern. Zum einen: Wir wurden gerufen! Wie die Jünger Jesu gerufen wurden, hin zu diesem Berg. Wurden und werden auch wir gerufen. Immer wieder kündigte Jesus seinen Tod an, aber auch seine Auferstehung! Und im selben Atemzug sagte er auch immer wieder seinen Jüngern, diesen seinen engsten Vertrauten. Dass sie nach seiner Auferstehung an diesen Berg kommen sollten. Leider ist nicht bekannt, welcher der vielen Berge in Galiläa gemeint ist, aber eines ist klar. Er war schon damals geschichtsträchtich. In seiner Nähe hatte Jesus Wunder gewirkt und gelehrt. Hierhin sollten seine Jünger zurückkehren nach seiner Auferstehung und sie taten, was er ihnen gesagt hatte. Bemerkenswert nicht wahr? Er hatte sie damals gerufen und jetzt kamen sie, jetzt wo so vieles Schreckliches und Verwunderliches passiert war. Sie hörten auf seinen Ruf. Auch uns ruft Jesus an diesen Platz. Auch wir sind seine Jünger. Auch wir haben diesen Ruf schon oft gehört und gelesen. Es ist nur die Frage, liebe Gemeinde, würden wir auch gehen? Nachdem wir gesehen haben wie Jesus starb und wie wir den Auferstandenen erlebt haben? Würden wir an den Berg gehen? Als Kind hätte ich erwartet, dass man mich ruft, weil ich mal wieder was verbockt habe oder dass jemand etwas von mir möchte. Bei letzterem bin ich gerne gegangen. Jesus hat uns gerufen. Jeden einzelnen. Durch sein Wort und seine Taten. Hat er uns gerufen jeden einzelnen von uns. Und was passiert wenn wir dann da sind? Wenn wir auf ihn gehört haben? Ja dann stellen wir fest, dass wir doch was verbockt haben oder nicht? Die Jünger haben das getan was ihnen auf dem Herzen lag: „Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten.“ Das fand ich schon immer heftig. Da sehen sie ihren Meister wieder, den, mit dem sie so viel Zeit verbracht haben. Der, der immer auf einer Stufe mit ihnen stand und doch irgendwie nicht. Sie gehen vor lauter Ehrfurcht in die Knie. Sie sehen Jesus und werfen sich in den Staub, wie vor einem großen Herrscher. Wie gehen wir mit ihm um? Aber ganz menschlich: einige zweifeln. Wie gehen wir denn heute mit Jesus um? Wie oft missbrauchen wir Gottes Namen? Wie oft beten wir einfach mal so mit den anderen mit, ohne uns bewusst zu sein, mit wem wir sprechen? Wie schnell wird ein Gebet zur Tradition? So schnell ist man sich nicht mehr bewusst wer Jesus ist und wie viel Ehre im gerecht wird. Im Märchen würde der König denjenigen verbannen lassen oder noch schlimmeres. Jesus ist anders. Wir wissen nicht, wer oder wie viele zweifelten. Es waren ja so oder so nur noch elf von den ehemaligen zwölf. Judas fehlte, er hatte Jesus verraten. Und nun zweifelten auch noch einige. Es wurden immer weniger. Und Jesu Antwort darauf?

Das ist der nächste Punkt. Jesus kommt mit einem Auftrag zu uns! So heißt es im Text: „Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“

Jesus kommt auf die Jünger zu und spricht zu ihnen. Da ist nichts von Ärger zu lesen über die Zweifel. Es fügt sich nahezu direkt an. Die Jünger geben Jesus die Ehre. Beten ihn vielleicht auch an und Jesus spricht zu ihnen. Jesus ruft uns nicht nur. Nein er kommt uns auch entgegen. Er will uns etwas mitteilen und geht mit uns einen Weg zu seiner Botschaft. Als wenn er uns an die Hand nimmt, geht er mit uns ganz kleine Schritte. Er ruft, wir dürfen kommen. Wir erkennen ihn und geben ihm die Ehre und er kommt auf uns zu und spricht zu uns. Ein wundervolles Zusammenspiel. Alles ist wie eine einzige Vorbereitung von uns auf das, was kommen soll. Wenn es auch nur mit dem kleinen Ruf begonnen hat. Und so ist es in der Tat.

Er knallt ihnen es nahezu an den Kopf: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.“ Und es ist wichtig, dass er das sagt. Es macht so vieles einfacher. Es klärt einiges. Diese Worte machen klar, wer er ist. Denn er ist der Sohn Gottes. Nur Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, kann Jesus diese Macht gegeben haben. Und wem sollte Gott diese Macht sonst geben als nicht seinem Sohn? Aber noch etwas wird klar. Nur jemand der diese Macht hat, kann auch wissen und lenken, was hier passiert. Nur jemand der diese Macht hat, kann die Menschen so bewegen, dass sie seinem Ruf folgen und vor ihm zu Boden gehen. Nur er kann auch der sein der alles Folgende unterstützt und leitet. Er ist der, der Macht hat in dieser Welt. Wissen auch wir das immer? Oder geben wir in unserem Denken und Handeln nicht oft anderen mehr Macht. Sprechen wir nicht Anderen zu gewaltige Macht zu haben? Geld regiert die Welt. Wie oft habe ich diesen Spruch schon gesagt und auch geglaubt. Aber dem ist nicht so wenn wir in die Bibel schauen. Die Arbeit bestimmt das Leben? Das muss nicht sein. Jesus hat die Macht. Er ist Herr der Welt. Er hat sie von Gott und da können wir sie ihm nicht absprechen. Auch nicht mit unseren Sprichworten.

Deshalb, weil er diese Macht hat kann er uns auch schicken, kann uns senden. Nichts anderes bedeutet ja dieses große Wort Mission. Nicht zu Unrecht verbinden wir ja Mission mit der großen weiten Welt und fremden Ländern. Denn Jesus sagt hier zu uns und seinen Jüngern: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“ Er schickt seine Jünger weg. Er schickt uns weg. Gerade gekommen und freudig über die Tatsache, dass Jesus wieder da ist, schickt er sie wieder fort. Aber das ist der Grund warum er seine Jünger, warum er uns, gerufen hat. Deshalb dieser Riesenaufwand nach seiner Auferstehung. Ich meine er hätte ja auch schon vorher sagen können, so wie er es getan hat. Geht zu den Menschen und erzählt ihnen von mir. Das hat er aber nicht. Die Menschen mussten durch seine Auferstehung seine Macht und seine Gottessohnschaft erkennen. Mussten begreifen im wahrsten Sinne des Wortes wer er ist. Und nun kann er sie auch schicken. Hinaus in die Welt. Zu allen Völkern. Das hieß zu allen anderen außer den Juden. Also zu allen außer dem direkten Umfeld, alle außer der eigenen Kultur und Gesellschaft. Ein wahnsinnig großer Schritt. Würden wir das heute tun? Jesus sagt uns, dass wir, seine Jünger, zu all den anderen gehen sollen und sie wiederum zu seinen Jüngern machen. Das kostet echt Überwindung. Zu jemandem zu gehen, der völlig oder auch nur ein wenig anders ist als man selbst. Und dann diesem Menschen von dem zu erzählen, was man glaubt. Das kostet Kraft. Vielleicht hat man Angst, vielleicht aber finden wir auch eine Ausrede. Ich hab keine Zeit. Ich kenne ja niemanden. Ich kann schon so nicht mit Menschen reden. Oder vielleicht auch ich rede eh schon zu viel. Oder auch die Frage: Wie soll ich das denn machen? Ich kann das nicht. Aber Jesus hat Macht und er kann das alles überwinden. All unsere Zweifel und Ängste kann er überwinden. So wie er die Zweifel der Menschen seiner Zeit überwunden hat. Ja er hat die Zweifel der Jünger hinter sich gelassen. Er ist der Auftraggeber. Und er entlässt uns nicht planlos in unseren Auftrag. Wie James Bond bekommen wir auch genau gesagt, was wir tun sollen und wie und sogar gleich die Hilfsmittel dazu. Damals sagt er etwas zu seinen Jüngern, was bis heute praktiziert wird. Er gibt uns im Missionsbefehl einen weiteren Befehl, den Taufbefehl. Oft gehört und vielleicht nie weiter darüber nachgedacht. Jesus sagt uns hier, um sein Jünger zu werden muss man getauft sein. Und zwar nicht nur irgendwie. Oder wie die Juden, die eine ähnliche Taufe hatten wie wir heute in manch einer Gemeinde. Eine Taufe als religiöse Reinigung und Buße beim Übertritt zum jüdischen Glauben und auch zwischendurch. Doch die Taufe die Jesus hier anspricht ist anders. Sie erfolgt gemäß seinen Worten: „im Namen des Vaters des Sohnes und des Heiligen Geistes“ Das ist keine reine Bußtaufe und auch keine Vorbereitung auf ein weiteres Ritual. Nein! Das ist das Übergeben eines Lebens, eines ganzen Menschen, in die Hände des Dreieinigen Gottes. Das ist es, was in der Taufe passiert. Gott nimmt sich dem Täufling an und nimmt ihn in seinen Schutz und unter seine Fittiche. Jesus sendet uns als seine Jünger um den Menschen nicht nur von ihm zu erzählen, sondern sie auch zu taufen in seinem Namen und dem seines Vaters und des Heiligen Geistes. Alle Menschen sollen unter Gottes Schutz und in seiner Liebe leben. Das ist doch nicht meine Aufgabe, schoss es mir damals durch den Kopf, als ich das zum ersten Mal gelesen oder gehört hatte. Dafür ist mein Pastor zuständig. Aber dann wurde mir etwas klar. Nicht nur, dass ich auch eine Nottaufe kurz vor dem Tod einer Person durchführen darf. Nein, mir wurde auch bewusst, dass wenn ich diesen Schritt ganz allein meinem Pastor überlassen würde dann könnte der das gar nicht alles schaffen. Ich spreche hier nicht davon, dass ich damals selbst taufen wollte. Aber wer soll denn den Menschen von Jesus und von der Taufe erzählen, wenn nicht wir? Den Akt der Taufe kann denn auch gerne der Pastor übernehmen. Aber es geht noch weiter. Nicht genug, dass wir die Menschen taufen sollen, nein sie sollen auch gelehrt werden. Und nicht irgendwas. Oder so ein Sammelsurium an Religion was man so heutzutage in vielen Fernsehsendungen vorgesetzt bekommt. Nicht aus jeder Religion, das was uns gefällt, sollen wir lehren. Nein das Evangelium sollen wir weitergeben. Die gute Nachricht von Jesus Christus soll die Menschen erreichen. Wir haben sie in so vielen Formen um sie weiterzugeben. Wir müssten diese Chance nur ergreifen und nutzen. Jesus sagt uns: „lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“ Aller Anfang ist schwer heißt es, doch das dabei Bleiben ist schwerer. Das ist so wahr. Ich selbst habe es am eigenen Leib erfahren. Wie schwer es ist mit dem Lästern aufzuhören zum Beispiel und wie schwer es sein kann wirklich Vater und Mutter zu ehren. Es ist gut und wichtig das Evangelium zu hören immer und immer wieder. Aber das dabeibleiben ist mindestens genauso wichtig. Und deshalb ist es besonders für junge Christen, egal wie lange sie schon auf dieser Welt leben, so elementar wichtig, dass sie jemanden haben, der sie lehrt. Jemanden zu haben der ihnen zur Seite steht, wenn es nicht so einfach ist sich nach dem Evangelium zu richten. So wie es wichtig ist zu erkennen, dass Jesus uns begleitet und uns hilft, dass zu halten was er uns gab. Jesus sendet uns um den Menschen von ihm zu erzählen und ihnen seine Botschaft zu geben, damit sie getauft werden und bei ihm bleiben.

War ein harter Brocken an Information was Jesus da alles zu verlangen scheint von uns einfachen Menschen. Und das ist es auch. Mission bedeutet immer hinausgehen. Den Ruf hören, darauf zu reagieren und dann mit Jesus an der Seite auf andere Menschen zuzugehen ist nicht leicht, aber machbar. (Eventuell Verweis auf Missionar der Fragen beantwortet). Und das schöne ist, dass er uns dabei nicht allein lässt. Denn der letzte Vers des Textes ist eine ganz besondere Zusage an uns: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Nach all der Mühsal und Quälerei vielleicht. Zu den Ängsten und Sorgen, die dieser Anspruch vielleicht in uns ausgelöst hat, spricht Jesus seine Zusage an uns. Er sagt es uns ganz direkt. Wir sind nicht allein, egal was passiert. Jesus ist bei uns und das nicht nur in guten Zeiten oder wenn wir uns vorbildlich benehmen. Ob wir nun gezweifelt haben oder nicht. Er hat uns alle angesprochen. Alle ohne Ausnahme. Er wird immer da sein. Sogar bis an das Ende der Welt. Das ist nicht nur an die Jünger gerichtet, das ist auch eine Botschaft ganz besonders für uns heute. Jesus wird für uns da sein, bis an das Ende der Welt. Er lässt uns nicht allein mit dieser Riesenaufgabe Mission. Er will mit uns durchs Leben gehen und uns begleiten wenn wir anderen Menschen von ihm erzählen. Ich finde das macht Mut. Mut auch mal anderen Menschen zu sagen, woran ich glaube. Auch wenn das nicht immer in einem offensichtlichen Missionsgespräch passieren muss. Lassen wir uns doch unseren Glauben im Alltag leben. Sodass jeder sehen kann, wie es ist mit Jesus zu leben. Lassen wir unser Leben ein Zeugnis von Gottes Liebe sein. Denn wir wissen, dass wir gerufen wurden und jetzt gehen dürfen um den Menschen von Jesus zu erzählen. Damit auch sie mit Jesus am der Seite leben können.

Amen.

Mittwoch, 10. Juni 2009

Treu ; )

Ja die Treue. Die Treue war lang etwas was besonders unter Jugendlichen unmodern geworden war. In Filmen und Geschichten ging ständig ein Partner dem anderen fremd und jeder hatte so seine kleinen Lügen. Jetzt werden schon seit längerem Treuetests im Radio modern, dort werden Partner die verdächtig sind von einem Radiomoderator versucht zu einem Date überredet zu werden um zu testen ob der oder die Jenige treu ist. Für die Zuhörer sind die Schickalse dort natürlich immer spannend. Das heißt doch das der der nicht treu ist, jemand ist de ich nicht vertrauen kann. Einem treulosen Menschen kann ich nicht trauen. So ist unserer Welt keiner traut dem anderen. Jeder geht davon aus das der andere untreu ist oder wird.

Doch Gott ist anders. Egal wie untreu wir sind und wie schwer es uns oft fällt einzuhalten was wir ihm und anderen versprechen. Er liebt uns treu um treu um treu. Und so sagt König David in Psalm 31,6 „In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.“

Das ist es nämlich, weil Gott so treu ist und das immer wieder bewiesen hat können wir ihm nicht nur vrtrauen nein wir können ihm auch alles geben. Alles was uns bewegt. Aber auch uns selbst. Denn er hat uns erlöst. Wir können uns ganz unser ganzes sein mit allem guten und schlechten mit allen Sorgen und Freuden dem Herrn geben. Denn der Herr ist treu. Amen.

Dienstag, 9. Juni 2009

Können wir das schaffen? Jo wir schaffen das!!!

Herzlich Willkommen zu unserer heutigen allmorgendlichen Versammlung der Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter. Ich hoffe doch das alle ausgeschlafen sind und fröhlich an ihre Arbeit gehen können. Oder? Nein Ich glaube der Großteil ist noch müde und kaputt von Gestern. Dabei ist die Woche doch noch gar nicht so alt. Und ich sehe Gesichter die leichte Unlust ausdrücken, vielleicht auch Sorge. Versuct euch doch mal bitte genau bewusst zu werden wie es euch gerade jetzt so geht. Was fühlt ihr wenn ihr an den heutigen und die nächsten Tage denkt. Wenn es um die anstehende Arbeit geht, oder ums Examen. Da sind vor manchen riesige Berge.

Wisst ihr warum ich euch am Anfang Bauarbeiter genannt hab? Nicht weil ihr so ausseht wie Bob der Baumeister, nein. Weil ich weiß das ihr es seid. Ihr seid Bauarbeiter Gottes. Ihr baut am Reich Gottes egal was ihr hier tut ob nun lernen schreiben putzen bauen organisieren oder sonst was. Und damit ist es nicht mehr irgendwelche gewöhnliche Arbeit, sondern etwas für Gott und das steht dann natürlich auch unter seinem Schutz und Frieden.

Das bestätigt uns heute auch die Losung, wo es heute heißt: Wohlan mache dich ans Werk und der HERR wird mit dir sein. Das ist ein Ausschnitt des 16. Verses aus 1. Chr 22. Doch der Teil der vorangeht gehört mehr zum Vers 15. Eigentlich müsste man jetzt die ganze Geschichte lesen, aber das würde zu lange dauern. Nur kurz: Es geht hier um den Bau des Tempels. David ist König und hat viel Baumaterial und ist auch willens es zu tun, doch Gott sagt ihm, dass sein Sohn Salomo seinen Tempel bauen soll. Und David gibt diese große Aufgabe seinem Sohn er gibt ihm alle Materialein und alle Macht die dieser dazu braucht und gibt ihm diesen großen Auftrag. Aber er gibt ihm noch etwas. Er gibt ihm einen Zuspruch wenn er sagt: Wohlan mache dich ans Werk und der HERR wird mit dir sein.

So sind wir denke ich auch Bauarbeiter, manch einer in Leitender anderer in Ausführender Form. Aber alle bauen wir wie Salomo am Reich Gottes und so wie er Gottes Beistand zugesagt bekam, so bekommen wir ihn auch heute. Auch in unserer Mühsal und unsere Arbeit kommt Gott und ist bei uns wir sind nicht allein mit dem was wir tun. Er ist der große Unterstützer. Und er weis wie es uns geht dabei. Wenn wir manchmal wie vor einer Wand oder einem Berg aus Sorgen und Mühen stehen. Jesus hat nicht umsonst gesagt: „Geht hin; siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe“ (Lukas 10,3) Er weis ganz genau wie es uns hier geht und deshalb dürfen wir zu ihm kommen. Denn bei Bau des Reiches Gottes geht’s es nicht gerade zu wie auf einer normalen Baustelle, dort wo den Arbeitern aus fremden Ländern die Pässe abgenommen werden damit sie auch arbeiten. Nein wir sind freie Bauarbeiter die unter Gottes Schutz stehen und deshalb können wir mit allem zu ihm kommen und alle Sorgen bei ihm abgeben. Aber dazu gehört noch ein Schritt: Wohlan mache dich ans Werk und der HERR wird mit dir sein. Ja man sollte anfangen und dann wird er nicht kommen oder so sondern er wird da sein da können wir uns sicher sein. Also lasst uns fröhlich und voller Zuversicht ans Werk gehen. Denn wir sind die Bauarbeiter Gottes.

Amen.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Der Gute Hirte

Wem kann man bitte heute noch vertrauen? Mein Opa sagt immer früher war alles besser. Da konnte man das Haus auch mal offen lassen, wenn man in den Garten ging und man musste auch das Fahrrad nicht am Konsum anschließen. Heute ist das anders.

Ja wem kann man denn heute noch vertrauen? Also den Banken nicht, und der DB anscheinend auch nicht, hmm und bei den Wahlversprechen der Parteien bin ich mir auch noch nicht so sicher. Kann ich denn meinem Nebenmann oder meiner Nebenfrau überhaupt vertrauen? Ich hab in den letzten Wochen zwei Figuren kennengelernt, die sich ebenfalls mit dieser Misere befasst haben, wenn sie vielleicht auch nicht mehr in unsere Computerwelt hineinpassen mögen.

Der folgende Text findet sich in Johannes 10,11-16 und 27-30:

Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.

Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht – und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie –, denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe.

Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich,

wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.

Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir;

und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmer mehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.

Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus des Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins.

Zwei Charaktere die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite der Mietling, wie ihn Luther so schon fast böse bezeichnete. Eigentlich ist er ja nur ein Tagelöhner. Einer also, der auf Schafe aufpasste, die ihm nicht gehören. Sie waren ihm egal und er bekam sein Geld. Fertig aus. Dass Schafe Leitung brauchen ist ja allgemein bekannt. Auch wenn sie nicht so dumm sein mögen wie sie scheinen, sind sie doch nur in der Herde über lebensfähig und ohne einen der vorausgeht und sie schützt aufgeschmissen. Doch der Mietling ist nicht die einzige Option in diesem Bild. Es gibt auch den Hirten, den der das Attribut „gut“ von vornherein bekommt und somit dem Mietling gegenüber steht. Der Hirte ist etwas Besonderes. Und Jesus sagt sofort wer dieser besondere Hirte ist. Er selbst. Das sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Doch was ist das was Jesus da tut für uns als seine Schafe? Zum einen wird klar, dass er uns kennt, besser als wir selbst. In allen guten und schlechten Zeiten in Stress Angst und Freude immer weis er um uns und unsere Gefühle auch wenn wir sie zu verbergen versuchen vor unsere Umgebung. Und er ist da. Jeden einzelnen kennt er ganz genau und ruft uns bei unserem Namen. Und nur weil er uns kennt können auch wir ihn kennen. Für den Mietling aber sind wir wie Nummern beim Arbeitsamt, ihm sind wir egal. Er ruft uns und wir können ihm folgen. Denn das ist sein Wunsch er kennt uns und er will uns führen und beschützen. Der Mietling verlässt seine Schafe wenn es brenzlig wird. Erinnert uns das an die Bankenkrise? Oder an vermeintliche Freunde? Aber Jesus der gute Hirte ist da anders. Er führt die Schafe erst zu sich und dann mit sich mit. Und wenn dann der Wolf kommt steht er dazwischen. Jesus will uns tagtäglich egal was kommt begleiten und wenn es hart auf hart kommt ist er der der nicht nur führt und dann verschwindet nein er ist da und rettet. Jesus rettet aus dem Loch der Verzweiflung durch den Berg an Arbeit oder die Krankheit. An dem Punkt ist der Mietling schon längst weg. Er hatte schöne Versprechungen gemacht und es lief ja auch alles gut. Doch wenn es schwer wird ist er weg. Aber da stimmt der Spruch: Alles geht in Arsch aber Jesus bleibt. Egal was passiert, egal was kommt, Jesus ist immer bei uns. Er ist immer mit an der vordersten Front direkt neben uns und möchte uns führen, denn nur er kennt uns und weiß genau wie es uns geht und was wir brauchen. Und obwohl Jesus weiß, dass wir nicht perfekt sind, hat er alles aus dem Weg geräumt, ja er hat sein Leben gelassen für seine Schafe damit er nicht nur hier auf Erden mit uns zusammen sein kann sondern mit uns sogar die Ewigkeit verbringen kann. Aber jetzt möchte uns der gute Hirte erst einmal durch dieses Leben begleiten und uns wissen lassen, dass uns nichts von ihm trennen kann.
Amen.