Samstag, 19. Februar 2011

Gottes Herrlichkeit wird Licht in uns


Manchmal denke ich diese Welt ist dunkel. Nein ich spreche dabei nicht vom Abendhimmel der jetzt im Februar sich schon so schnell vom hellblauen ins dunkle verschleiert. Auch der auslaufende Winter und seine kalten Winde die uns zittern lassen und auf den Frühling mit seinen neuen Farben hoffen ist es nicht. Mir ist manchmal so als wäre die Welt an sich dunkel. Keine Straßenlaterne leuchtet in manchen Straßen der Stadt Beziehung. In Beziehung ist es dunkel geworden. Streit, Neid, Hass, Eifersucht, Sorgen, Rebellion, Missgunst und viele andere sind wie Steine in die Laternen geflogen und nun wirkt Beziehung wie verlassen. Aber eigentlich müsste es nicht so sein. In Beziehung leben viele Menschen. Alte und Junge, Frauen und Männer, Große und Kleine. Sie haben viel erlebt und auch Freude im Leben doch durch die Steine die die Lichter von Beziehung gelöscht haben ist es dunkel geworden. Dieses Bild der Stadt Beziehung kam mir als ich an die Dunkelheit in den Menschen denken musste. Durch vieles ist es finster geworden in den Menschen, finster und damit auch hart oder abgestumpft. Woher das kommt können wir ahnen. Die Gottesferne vieler Menschen macht dunkel. Es macht sie einsam und nimmt ihnen den Sinn warum sie da sind und wofür sie Leben. Kleine Dinge und Freuden bringen wie Wunderkerzen Licht und doch ist es nicht das endgültig wahre und das kann man spüren. Diese Dunkelheit ist hartnäckig.
Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.
Jesaja 60. Jesajas Lied, die erste Strophe. Es trifft als wären keine 2500 Jahre vergangen. Franz Deltzsch beschreibt die Israeliten der damaligen Zeit als "Niedergeschlagen von Gottes Strafgericht, dahingesunken von innerer Niedergeschlagenheit liegt sie am Boden". Dieses Lied spricht in eine Zeit in der der Israel im babylonischen Exil war. Verstreut und niedergeschlagen hinausgetrieben aus der Heimat und getrennt von Gott? Doch Jesaja spricht Mut zu, er verkündigt den kommenden Messias in den reichsten Worten. Mach dich auf werde licht. Das ist keine liebe Bitte oder freundliches ach komm schon es ist doch alles halb so schlimm. Das ist eine klare erhebende Ansage an das Volk. Es bildet zugleich die Hoffnung auf das was kommen wird mit dem Messias, der den neuen Himmel und die neue Erde bringt aber es bleibt nicht in dieser Dimension. Das Lied Jesajas gibt einen guten Grund warum Israel wieder erstrahlen soll: denn sie haben etwas was sonst niemand hat! Die Herrlichkeit des Herrn. Durch seine Souveränität, Macht und Vollkommenheit die anwesend ist können sie erstrahlen und sollen es auch. Licht das ist nicht nur die passende Wellenlänge elektromagnetischer Teilchen die sich an bestimmten Oberflächen brechen und somit dafür Sorgen das man etwas sehen kann. Nein Licht steht für die Gegenwart Gottes, des Herrn des Lichtes. Licht werden bedeutet sich von der Sünde abzukehren und zu Gott hinzuwenden. Auch wenn überall ringsherum alles dunkel ist und von Gottesferne geprägt über Israel ist die Herrlichkeit Gottes und strahlt auf sein Volk. Welch eine Verheißung. Durch ihn können auch sie aufstrahlen. Aber Licht steht bei Jesaja noch für etwas oder besser jemanden. Licht ist ein Symbol für den Messias. Jesaja kündigt dem Volk Israel das Kommen des Messias an. Israel kann durch Gottes Herrlichkeit leuchten in der Dunkelheit der Welt. Dunkel und Hell der Kontrast den man schon damals verstand. Wer im Licht ist ist in Gottes Gegenwart und lebt mit ihm und wer in der Finsternis der Dunkelheit lebt der ist ein Götzendiener oder lebt anders fern von Gott. Der Messias ist Inbegriff dafür von Gott zu sein und damit das Licht schlechthin vom Vater des Lichtes dem Schöpfer dessen gesandt. Zu diesem Licht streben die die im Dunkeln sind. Wie die Motten an die Laternen fliegen so kommen auch die Menschen die ohne Gott sind wenn sie das Licht sehen. Es heißt bei Jesaja das die Heiden kommen und die Könige. Alle ob einfaches Volk oder die Obrigkeiten alle zieht es wie an einer Schnur hin zum heilbringenden Licht Gottes. Der Messias auf den die Israeliten zu Jesajas Zeit noch warteten ist bereits in diese Welt gekommen. Das Licht kam damals in den Stall, nicht der Morgenstern war das Licht sondern das Kind selbst. Dieser kleine König zu dem die Großen und kleinen kamen, die Heiden und die Hirten. Seid Jesus in diese Welt gekommen ist, gibt es wieder einen neuen Funken der in jedem zum Feuer werden kann der ihm nachfolgt. Er zeigt in seinem Kommen und Auferstehen Gottes Herrlichkeit in einem anderen Licht als Jesaja es ahnen konnte. Und doch hat er erfüllt was Jesaja angekündigt hatte. Er brachte ein Licht in diese Welt, in eine dunkle Welt.
Aber auch heute ist die Welt nicht nur eitel heiter Sonnenschein. In der Stadt Beziehung sind die Laternen aus und zwischen den Menschen gibt es viele Dinge die für die Dunkelheit sprechen. Da wird einem angesehen Politiker der Dr-Titel angefochten und jedes Wort seiner Dissertation nach Jahren auseinandergenommen. Ist es Neid was manch einen treibt? Da sterben Männer in Afghanistan die helfen wollten und Leben bewahren. Wurden sie gehasst als die Fremden die sich einmischen? Da werden Kinder vergewaltigt oder ermordet bevor sie die Welt auch nur begreifen können. Ist das die Angst vorm Leben und die Flucht davor? Was bewegt manche Menschen bei dem was sie tun? Was bringt Streit und Eifersucht in unser Leben? Auch die die wir um Gott wissen und die Bibel kennen haben manchmal Momente da ist es dunkel, weil wir mitleiden, mit den Nachrichten. Weil wir etwas empfinden was nicht gut ist. Wenn wir verzweifeln über einem Berg von Sorgen, Schmerzen oder Angst. Wenn wir glauben unsere pflichten nicht erfüllen zu können oder dem anderen nicht zu genügen. Manchmal wird es auch dunkel in uns. In solchen Momenten wenn wir das in uns spüren, das es dunkel und kalt wird dürfen auch wir wieder neu auf Jesajas Ruf hören:
Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.
Jesus ist gekommen in unser Leben und er hat uns Licht für unser Leben gebracht. Hat Hoffnung gegeben für die Ewigkeit und uns zugesagt das wir nicht allein sind. Jeder von uns kann durch ihn eine neue Laterne sein und sein Licht weitertragen denn er ist das Licht in uns. Wir müssen ihn nur immer wieder in uns hineinlassen. Wenn er in uns leuchtet dann erstrahlt etwas Großes. Wir können uns nicht gegenseitig entzünden sondern durch uns leuchtet Jesus in die Dunkelheiten der Welt hinein. In unserem Verhalten, im Beten genauso wie auch in der Art wie wir anderen Menschen begegnen ihnen Mut machen und Gottes Wort zusprechen. Indem wir da sind und die dunkle Welt nicht überhand nehmen lassen. Durch Jesus in uns spüren die Menschen die Herrlichkeit Gottes in dieser Welt auf eine besondere Art. Mache dich auf, strecke dich aus zu Jesus und lass ihn immer wieder neu in dein Herz. Hätte Jesaja sagen können. Mit Jesus in uns, der vollkommen Herrlichkeit des Herrn können wir strahlen in die Welt. Amen.

Sonntag, 13. Februar 2011

Valentinstagserwartungen


Was habt ihr erwartet? Hat es sich erfüllt? Wenn ihr in euch geht und nachschaut, hat es sich erfüllt wurdet ihr enttäuscht? Oder steht da noch was aus? Ihr braucht das hier nicht laut sagen, aber ich gebe euch diese Fragen als Vorschlag für euch selbst.
Erwarten: das heißt entgegensehnen, auf etwas hoffen, warten oder mit etwas rechnen, sich erträumen und davon ausgehen das es eintritt. Was kann man nicht alles erwarten an einem Montag wie heute? Eine Valentinskarte? Geschenke, Pralinen, Blumen oder doch eher das Glück der anderen zu sehen und sich selbst ein wenig zu ärgern wie in den Jahren zuvor auch, oder auch mit Wohlwollen und Freude das Glück der anderen zu beobachten. Erwartet ihr vll. etwas über die Kreuzzüge von mir? Deus lo vult – Gott will es oder ein Gerichtswort? Einen guten Input für den Unterricht oder doch nur schönes Wetter? Bei vielen Dingen haben wir allein heute schon Erwartungen, unsere Hoffnungen beziehen sich auf Menschen, Dinge, Tage aber auch diese Ausbildung die uns alle verbindet. Egal wie groß das WAS der Begierde ist, man wünscht es sich und erwartet deshalb weil man weiß das es jemand anderem möglich ist. Irgendwie scheint es mir nicht möglich zu sein alle Erwartungen abzuschalten oder loszulassen. Manchmal ist das wirklich schade, denn ich denke ich bin nicht die einzige hier bei der das mit dem erwarten und dem erfüllen nicht immer so ganz hingehauen hat. Ich hab mich einmal sehr intensiv gefragt warum eine Erwartung nicht erfüllt wird, man mutet dem Erfüller ja nichts Unmögliches zu? Ist es denn zu viel verlangt zu erwarten das alle ihr zeug alleine wegräumen ohne das man was sagt? Grummel nein das klappt nicht immer. Manches wird nicht ausgesprochen, anderes kann der andere gar nicht erfüllen aus Mangel an Zeit oder Möglichkeit oder man hat ihn einfach überschätzt. Das alles ist menschlich. Doch wir Menschen richten unsere Erwartungen auch auf Gott. Unsere Wünsche und Hoffnungen projizieren wir zu dem der alles im Handumdrehen lösen kann. Unsere Sorgen tragen wir zu ihm, bewußt und unbewußt. Doch auch da ist nicht alles so einfach wie es scheint Gott ist nicht deus-ex-machina – keine Wunschmaschine. Man kann bei Gott nicht vorne eine Erwartung reinschieben wie einen Abschluss am GtsF oder der Malche und hinten kommt dann nach einem kurzen Gebet und dem halleluja ein Zeugnis raus. Gottes Wege sind anders als man denkt.                                        b
Das mußten auch die Jünger feststellen auf ihrem Weg mit Jesus. Wir hören auf einen Ausschnitt aus Matthäus 16.
Und als die Jünger ans andre Ufer gekommen waren, hatten sie vergessen, Brot mitzunehmen. Jesus aber sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer! Da dachten sie bei sich selbst und sprachen: Das wird's sein, dass wir kein Brot mitgenommen haben. Als das Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, was bekümmert ihr euch doch, dass ihr kein Brot habt? Versteht ihr noch nicht? Denkt ihr nicht an die fünf Brote für die fünftausend und wieviel Körbe voll ihr da aufgesammelt habt? Auch nicht an die sieben Brote für die viertausend und wieviel Körbe voll ihr da aufgesammelt habt? Wieso versteht ihr denn nicht, dass ich nicht vom Brot zu euch geredet habe? Hütet euch vielmehr vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer! Da verstanden sie, dass er nicht gesagt hatte, sie sollten sich hüten vor dem Sauerteig des Brotes, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer.                                                    g
Jesus und die Jünger befinden sich im Gebiet von Magdala am See Genezareth. Die Speisung der 4000 ist ein Erlebnis das den Jüngern noch in den Knochen stecken könnte und nach einer heftigen Diskussion mit den Pharisäern und Sadduzäern machen sich alle wieder mit dem Boot auf dem See auf den Weg. Sie hatten Jesus herausfordern wollen indem sie ein Zeichen sehen wollten als Beweis dafür das er ist wer er ist. Wo nun genau die folgende Scene spielt ist unklar. Interessanter finde ich so oder so einen anderen Punkt. Versetzen wir uns einmal in die Jünger hinein. Nach einer vll beängstigen Situation während der Auseinandersetzung Jesu mit den Gelehrten waren sie gemeinsam gegangen. Vielleicht hatten sie nicht ganz verstanden worauf Jesus mit seinen harten Worten hinaus wollte und nun mussten sie auf dem Weg in eine öde Gegend feststellen das sie nichts zu Essen mitgenommen hatten. Brot das Grundnahrungsmittel schlechthin, daran hatte niemand gedacht. Das beschäftigte sie anscheinend ziemlich. Würde Jesus sie wohl rügen? Für diese Unachtsamkeit oder dachten sie eher daran woher sie wohl Brot bekommen konnten? Was erwarteten sie wohl von Jesus. Er könnte ja Brot machen, vielleicht knurrten die Mägen ja schon. Warteten sie darauf das er es bemerken würde? So beschäftigt waren sie mit diesem Gedanken das sie gar nicht recht registrieren was Jesus ihnen sagte. "Seht zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!" Sie hörten ihn und? Ich kann mir die Gesichter fast schon bildlich vorstellen, was zwischen erwischt und scheiße ich habs geahnt das des kommt. Wir hätten für Brot sorgen sollen. Das perfekte Stichwort den eigenen Fehler nochmal richtig zu bemerken und sich reinzureiten. Einbildung ist die beste Bildung. Sauerteig! Das ist das Stichwort. Jesus scheint zu wissen was in ihnen vorgeht und reagiert promt. Er nimmt ihre Erwartungen auf und lenkt sie weiter: "Ihr Kleingläubigen, was bekümmert ihr euch doch, dass ihr kein Brot habt? Versteht ihr noch nicht? Denkt ihr nicht an die fünf Brote für die fünftausend und wieviel Körbe voll ihr da aufgesammelt habt? Auch nicht an die sieben Brote für die viertausend und wieviel Körbe voll ihr da aufgesammelt habt? Wieso versteht ihr denn nicht, dass ich nicht vom Brot zu euch geredet habe? Hütet euch vielmehr vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!" Jesus macht ihnen klar, das ihre Erwartungen bezüglich des Brotes in eine völlig falsche Richtung gegangen waren. Auch wenn es ihm in erster Linie nicht um das Brot gegangen war, klärt er sie dennoch auf. Sie sollen sich erinnern an das was sie schon erlebt haben und aus den Erfahrungen der Brotvermehrung lernen. Jesus übergeht die Erwartungen nicht sondern er beruhigt sie und fordert auf zum glauben. Er macht sie nicht schlecht sondern hebt sie auf. Allerdings war das Wesentliche auf das Er heraus wollte in einer anderen Richtung und das übergeht er nicht nur weil die Jünger etwas anderes hören wollten! Er nimmt seine Botschaft wieder auf und sagt sie noch einmal eindrücklicher. Ihm ging es nicht um den Sauerteig als Hinweis auf das Brot sondern auf den säuernden Teig der Botschaft der Pharisäer und Sadduzäer der die Jünger nicht durchdringen sollte. Auf ihn sollten sie achten und sich nicht durch Herausforderungen abbringen lassen vom Weg. Eine besondere Art des Sauerteiges eben. Ich finde hierin so vieles was Jesus uns sagt zu unseren Erwartungen die wir an Gott stellen und zeigt uns auch wie die nicht deus-ex-machina damit umgeht. Das Grübeln bringt nichts, davon dass die Jünger sich Vorwürfe machten das kein Brot da ist davon kam noch keins und Jesus reagiert auch nicht so wie man sich das im Grübeln vorstellt. Gottes Wege sind eben oft anders als wir denken und zielen nicht immer auf das was wir uns vorstellen können. Da ist es wichtig genau hinzuhören und zu prüfen was wir als Antwort sehen. Antwort? Ja ab und zu redet Gott. Wir kennen Gottes Wort und dadurch redet Gott zu uns hinein in unserer Erwartungen Wünsche und Ängste. Durch das immer mehr begreifen wollen forschen lesen und vertrauen können wir falsche Erwartungen lernen zu umgehen und auf GottesWillen zu achten. Wir können weiterdenken und sein Wort sehen und das nicht nur in einer Ebene. Wir haben hier das große Geschenk zu lernen wie man Gottes Wort auslegen kann und es lesen und mehr zu lesen als nur den reinen Buchstaben zu verstehen und dank dem heiligen Geist zu finden was Gott mit seinem Wort in unserer Situation sagen will. So kann uns ein Licht aufgehen das wir nicht unter den Scheffel stellen müssen. Erwartungen an Gott und Menschen sind da und werden es auch bleiben, ist ja auch schön sich was zu wünschen und je besser sie durch Erfahrungen fundiert werden desto größer ist ja auch die Wahrscheinlichkeit das sie wahr werden. Gott ist keine Wunschmaschine aber er kennt unser Wollen und Sehnen und gibt zur rechten Zeit das was wir brauchen und wenn es auch eine Erkenntnis ist mit der wir in dem Moment nicht gerechnet haben wie die Jünger am See mit ihrem Brot. Amen.