Manchmal denke ich diese Welt ist dunkel. Nein ich spreche dabei nicht vom Abendhimmel der jetzt im Februar sich schon so schnell vom hellblauen ins dunkle verschleiert. Auch der auslaufende Winter und seine kalten Winde die uns zittern lassen und auf den Frühling mit seinen neuen Farben hoffen ist es nicht. Mir ist manchmal so als wäre die Welt an sich dunkel. Keine Straßenlaterne leuchtet in manchen Straßen der Stadt Beziehung. In Beziehung ist es dunkel geworden. Streit, Neid, Hass, Eifersucht, Sorgen, Rebellion, Missgunst und viele andere sind wie Steine in die Laternen geflogen und nun wirkt Beziehung wie verlassen. Aber eigentlich müsste es nicht so sein. In Beziehung leben viele Menschen. Alte und Junge, Frauen und Männer, Große und Kleine. Sie haben viel erlebt und auch Freude im Leben doch durch die Steine die die Lichter von Beziehung gelöscht haben ist es dunkel geworden. Dieses Bild der Stadt Beziehung kam mir als ich an die Dunkelheit in den Menschen denken musste. Durch vieles ist es finster geworden in den Menschen, finster und damit auch hart oder abgestumpft. Woher das kommt können wir ahnen. Die Gottesferne vieler Menschen macht dunkel. Es macht sie einsam und nimmt ihnen den Sinn warum sie da sind und wofür sie Leben. Kleine Dinge und Freuden bringen wie Wunderkerzen Licht und doch ist es nicht das endgültig wahre und das kann man spüren. Diese Dunkelheit ist hartnäckig.
Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.
Jesaja 60. Jesajas Lied, die erste Strophe. Es trifft als wären keine 2500 Jahre vergangen. Franz Deltzsch beschreibt die Israeliten der damaligen Zeit als "Niedergeschlagen von Gottes Strafgericht, dahingesunken von innerer Niedergeschlagenheit liegt sie am Boden". Dieses Lied spricht in eine Zeit in der der Israel im babylonischen Exil war. Verstreut und niedergeschlagen hinausgetrieben aus der Heimat und getrennt von Gott? Doch Jesaja spricht Mut zu, er verkündigt den kommenden Messias in den reichsten Worten. Mach dich auf werde licht. Das ist keine liebe Bitte oder freundliches ach komm schon es ist doch alles halb so schlimm. Das ist eine klare erhebende Ansage an das Volk. Es bildet zugleich die Hoffnung auf das was kommen wird mit dem Messias, der den neuen Himmel und die neue Erde bringt aber es bleibt nicht in dieser Dimension. Das Lied Jesajas gibt einen guten Grund warum Israel wieder erstrahlen soll: denn sie haben etwas was sonst niemand hat! Die Herrlichkeit des Herrn. Durch seine Souveränität, Macht und Vollkommenheit die anwesend ist können sie erstrahlen und sollen es auch. Licht das ist nicht nur die passende Wellenlänge elektromagnetischer Teilchen die sich an bestimmten Oberflächen brechen und somit dafür Sorgen das man etwas sehen kann. Nein Licht steht für die Gegenwart Gottes, des Herrn des Lichtes. Licht werden bedeutet sich von der Sünde abzukehren und zu Gott hinzuwenden. Auch wenn überall ringsherum alles dunkel ist und von Gottesferne geprägt über Israel ist die Herrlichkeit Gottes und strahlt auf sein Volk. Welch eine Verheißung. Durch ihn können auch sie aufstrahlen. Aber Licht steht bei Jesaja noch für etwas oder besser jemanden. Licht ist ein Symbol für den Messias. Jesaja kündigt dem Volk Israel das Kommen des Messias an. Israel kann durch Gottes Herrlichkeit leuchten in der Dunkelheit der Welt. Dunkel und Hell der Kontrast den man schon damals verstand. Wer im Licht ist ist in Gottes Gegenwart und lebt mit ihm und wer in der Finsternis der Dunkelheit lebt der ist ein Götzendiener oder lebt anders fern von Gott. Der Messias ist Inbegriff dafür von Gott zu sein und damit das Licht schlechthin vom Vater des Lichtes dem Schöpfer dessen gesandt. Zu diesem Licht streben die die im Dunkeln sind. Wie die Motten an die Laternen fliegen so kommen auch die Menschen die ohne Gott sind wenn sie das Licht sehen. Es heißt bei Jesaja das die Heiden kommen und die Könige. Alle ob einfaches Volk oder die Obrigkeiten alle zieht es wie an einer Schnur hin zum heilbringenden Licht Gottes. Der Messias auf den die Israeliten zu Jesajas Zeit noch warteten ist bereits in diese Welt gekommen. Das Licht kam damals in den Stall, nicht der Morgenstern war das Licht sondern das Kind selbst. Dieser kleine König zu dem die Großen und kleinen kamen, die Heiden und die Hirten. Seid Jesus in diese Welt gekommen ist, gibt es wieder einen neuen Funken der in jedem zum Feuer werden kann der ihm nachfolgt. Er zeigt in seinem Kommen und Auferstehen Gottes Herrlichkeit in einem anderen Licht als Jesaja es ahnen konnte. Und doch hat er erfüllt was Jesaja angekündigt hatte. Er brachte ein Licht in diese Welt, in eine dunkle Welt.
Aber auch heute ist die Welt nicht nur eitel heiter Sonnenschein. In der Stadt Beziehung sind die Laternen aus und zwischen den Menschen gibt es viele Dinge die für die Dunkelheit sprechen. Da wird einem angesehen Politiker der Dr-Titel angefochten und jedes Wort seiner Dissertation nach Jahren auseinandergenommen. Ist es Neid was manch einen treibt? Da sterben Männer in Afghanistan die helfen wollten und Leben bewahren. Wurden sie gehasst als die Fremden die sich einmischen? Da werden Kinder vergewaltigt oder ermordet bevor sie die Welt auch nur begreifen können. Ist das die Angst vorm Leben und die Flucht davor? Was bewegt manche Menschen bei dem was sie tun? Was bringt Streit und Eifersucht in unser Leben? Auch die die wir um Gott wissen und die Bibel kennen haben manchmal Momente da ist es dunkel, weil wir mitleiden, mit den Nachrichten. Weil wir etwas empfinden was nicht gut ist. Wenn wir verzweifeln über einem Berg von Sorgen, Schmerzen oder Angst. Wenn wir glauben unsere pflichten nicht erfüllen zu können oder dem anderen nicht zu genügen. Manchmal wird es auch dunkel in uns. In solchen Momenten wenn wir das in uns spüren, das es dunkel und kalt wird dürfen auch wir wieder neu auf Jesajas Ruf hören:
Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.
Jesus ist gekommen in unser Leben und er hat uns Licht für unser Leben gebracht. Hat Hoffnung gegeben für die Ewigkeit und uns zugesagt das wir nicht allein sind. Jeder von uns kann durch ihn eine neue Laterne sein und sein Licht weitertragen denn er ist das Licht in uns. Wir müssen ihn nur immer wieder in uns hineinlassen. Wenn er in uns leuchtet dann erstrahlt etwas Großes. Wir können uns nicht gegenseitig entzünden sondern durch uns leuchtet Jesus in die Dunkelheiten der Welt hinein. In unserem Verhalten, im Beten genauso wie auch in der Art wie wir anderen Menschen begegnen ihnen Mut machen und Gottes Wort zusprechen. Indem wir da sind und die dunkle Welt nicht überhand nehmen lassen. Durch Jesus in uns spüren die Menschen die Herrlichkeit Gottes in dieser Welt auf eine besondere Art. Mache dich auf, strecke dich aus zu Jesus und lass ihn immer wieder neu in dein Herz. Hätte Jesaja sagen können. Mit Jesus in uns, der vollkommen Herrlichkeit des Herrn können wir strahlen in die Welt. Amen.
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