Sonntag, 13. Februar 2011

Valentinstagserwartungen


Was habt ihr erwartet? Hat es sich erfüllt? Wenn ihr in euch geht und nachschaut, hat es sich erfüllt wurdet ihr enttäuscht? Oder steht da noch was aus? Ihr braucht das hier nicht laut sagen, aber ich gebe euch diese Fragen als Vorschlag für euch selbst.
Erwarten: das heißt entgegensehnen, auf etwas hoffen, warten oder mit etwas rechnen, sich erträumen und davon ausgehen das es eintritt. Was kann man nicht alles erwarten an einem Montag wie heute? Eine Valentinskarte? Geschenke, Pralinen, Blumen oder doch eher das Glück der anderen zu sehen und sich selbst ein wenig zu ärgern wie in den Jahren zuvor auch, oder auch mit Wohlwollen und Freude das Glück der anderen zu beobachten. Erwartet ihr vll. etwas über die Kreuzzüge von mir? Deus lo vult – Gott will es oder ein Gerichtswort? Einen guten Input für den Unterricht oder doch nur schönes Wetter? Bei vielen Dingen haben wir allein heute schon Erwartungen, unsere Hoffnungen beziehen sich auf Menschen, Dinge, Tage aber auch diese Ausbildung die uns alle verbindet. Egal wie groß das WAS der Begierde ist, man wünscht es sich und erwartet deshalb weil man weiß das es jemand anderem möglich ist. Irgendwie scheint es mir nicht möglich zu sein alle Erwartungen abzuschalten oder loszulassen. Manchmal ist das wirklich schade, denn ich denke ich bin nicht die einzige hier bei der das mit dem erwarten und dem erfüllen nicht immer so ganz hingehauen hat. Ich hab mich einmal sehr intensiv gefragt warum eine Erwartung nicht erfüllt wird, man mutet dem Erfüller ja nichts Unmögliches zu? Ist es denn zu viel verlangt zu erwarten das alle ihr zeug alleine wegräumen ohne das man was sagt? Grummel nein das klappt nicht immer. Manches wird nicht ausgesprochen, anderes kann der andere gar nicht erfüllen aus Mangel an Zeit oder Möglichkeit oder man hat ihn einfach überschätzt. Das alles ist menschlich. Doch wir Menschen richten unsere Erwartungen auch auf Gott. Unsere Wünsche und Hoffnungen projizieren wir zu dem der alles im Handumdrehen lösen kann. Unsere Sorgen tragen wir zu ihm, bewußt und unbewußt. Doch auch da ist nicht alles so einfach wie es scheint Gott ist nicht deus-ex-machina – keine Wunschmaschine. Man kann bei Gott nicht vorne eine Erwartung reinschieben wie einen Abschluss am GtsF oder der Malche und hinten kommt dann nach einem kurzen Gebet und dem halleluja ein Zeugnis raus. Gottes Wege sind anders als man denkt.                                        b
Das mußten auch die Jünger feststellen auf ihrem Weg mit Jesus. Wir hören auf einen Ausschnitt aus Matthäus 16.
Und als die Jünger ans andre Ufer gekommen waren, hatten sie vergessen, Brot mitzunehmen. Jesus aber sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer! Da dachten sie bei sich selbst und sprachen: Das wird's sein, dass wir kein Brot mitgenommen haben. Als das Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, was bekümmert ihr euch doch, dass ihr kein Brot habt? Versteht ihr noch nicht? Denkt ihr nicht an die fünf Brote für die fünftausend und wieviel Körbe voll ihr da aufgesammelt habt? Auch nicht an die sieben Brote für die viertausend und wieviel Körbe voll ihr da aufgesammelt habt? Wieso versteht ihr denn nicht, dass ich nicht vom Brot zu euch geredet habe? Hütet euch vielmehr vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer! Da verstanden sie, dass er nicht gesagt hatte, sie sollten sich hüten vor dem Sauerteig des Brotes, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer.                                                    g
Jesus und die Jünger befinden sich im Gebiet von Magdala am See Genezareth. Die Speisung der 4000 ist ein Erlebnis das den Jüngern noch in den Knochen stecken könnte und nach einer heftigen Diskussion mit den Pharisäern und Sadduzäern machen sich alle wieder mit dem Boot auf dem See auf den Weg. Sie hatten Jesus herausfordern wollen indem sie ein Zeichen sehen wollten als Beweis dafür das er ist wer er ist. Wo nun genau die folgende Scene spielt ist unklar. Interessanter finde ich so oder so einen anderen Punkt. Versetzen wir uns einmal in die Jünger hinein. Nach einer vll beängstigen Situation während der Auseinandersetzung Jesu mit den Gelehrten waren sie gemeinsam gegangen. Vielleicht hatten sie nicht ganz verstanden worauf Jesus mit seinen harten Worten hinaus wollte und nun mussten sie auf dem Weg in eine öde Gegend feststellen das sie nichts zu Essen mitgenommen hatten. Brot das Grundnahrungsmittel schlechthin, daran hatte niemand gedacht. Das beschäftigte sie anscheinend ziemlich. Würde Jesus sie wohl rügen? Für diese Unachtsamkeit oder dachten sie eher daran woher sie wohl Brot bekommen konnten? Was erwarteten sie wohl von Jesus. Er könnte ja Brot machen, vielleicht knurrten die Mägen ja schon. Warteten sie darauf das er es bemerken würde? So beschäftigt waren sie mit diesem Gedanken das sie gar nicht recht registrieren was Jesus ihnen sagte. "Seht zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!" Sie hörten ihn und? Ich kann mir die Gesichter fast schon bildlich vorstellen, was zwischen erwischt und scheiße ich habs geahnt das des kommt. Wir hätten für Brot sorgen sollen. Das perfekte Stichwort den eigenen Fehler nochmal richtig zu bemerken und sich reinzureiten. Einbildung ist die beste Bildung. Sauerteig! Das ist das Stichwort. Jesus scheint zu wissen was in ihnen vorgeht und reagiert promt. Er nimmt ihre Erwartungen auf und lenkt sie weiter: "Ihr Kleingläubigen, was bekümmert ihr euch doch, dass ihr kein Brot habt? Versteht ihr noch nicht? Denkt ihr nicht an die fünf Brote für die fünftausend und wieviel Körbe voll ihr da aufgesammelt habt? Auch nicht an die sieben Brote für die viertausend und wieviel Körbe voll ihr da aufgesammelt habt? Wieso versteht ihr denn nicht, dass ich nicht vom Brot zu euch geredet habe? Hütet euch vielmehr vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!" Jesus macht ihnen klar, das ihre Erwartungen bezüglich des Brotes in eine völlig falsche Richtung gegangen waren. Auch wenn es ihm in erster Linie nicht um das Brot gegangen war, klärt er sie dennoch auf. Sie sollen sich erinnern an das was sie schon erlebt haben und aus den Erfahrungen der Brotvermehrung lernen. Jesus übergeht die Erwartungen nicht sondern er beruhigt sie und fordert auf zum glauben. Er macht sie nicht schlecht sondern hebt sie auf. Allerdings war das Wesentliche auf das Er heraus wollte in einer anderen Richtung und das übergeht er nicht nur weil die Jünger etwas anderes hören wollten! Er nimmt seine Botschaft wieder auf und sagt sie noch einmal eindrücklicher. Ihm ging es nicht um den Sauerteig als Hinweis auf das Brot sondern auf den säuernden Teig der Botschaft der Pharisäer und Sadduzäer der die Jünger nicht durchdringen sollte. Auf ihn sollten sie achten und sich nicht durch Herausforderungen abbringen lassen vom Weg. Eine besondere Art des Sauerteiges eben. Ich finde hierin so vieles was Jesus uns sagt zu unseren Erwartungen die wir an Gott stellen und zeigt uns auch wie die nicht deus-ex-machina damit umgeht. Das Grübeln bringt nichts, davon dass die Jünger sich Vorwürfe machten das kein Brot da ist davon kam noch keins und Jesus reagiert auch nicht so wie man sich das im Grübeln vorstellt. Gottes Wege sind eben oft anders als wir denken und zielen nicht immer auf das was wir uns vorstellen können. Da ist es wichtig genau hinzuhören und zu prüfen was wir als Antwort sehen. Antwort? Ja ab und zu redet Gott. Wir kennen Gottes Wort und dadurch redet Gott zu uns hinein in unserer Erwartungen Wünsche und Ängste. Durch das immer mehr begreifen wollen forschen lesen und vertrauen können wir falsche Erwartungen lernen zu umgehen und auf GottesWillen zu achten. Wir können weiterdenken und sein Wort sehen und das nicht nur in einer Ebene. Wir haben hier das große Geschenk zu lernen wie man Gottes Wort auslegen kann und es lesen und mehr zu lesen als nur den reinen Buchstaben zu verstehen und dank dem heiligen Geist zu finden was Gott mit seinem Wort in unserer Situation sagen will. So kann uns ein Licht aufgehen das wir nicht unter den Scheffel stellen müssen. Erwartungen an Gott und Menschen sind da und werden es auch bleiben, ist ja auch schön sich was zu wünschen und je besser sie durch Erfahrungen fundiert werden desto größer ist ja auch die Wahrscheinlichkeit das sie wahr werden. Gott ist keine Wunschmaschine aber er kennt unser Wollen und Sehnen und gibt zur rechten Zeit das was wir brauchen und wenn es auch eine Erkenntnis ist mit der wir in dem Moment nicht gerechnet haben wie die Jünger am See mit ihrem Brot. Amen.

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